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Finale der Salatkirmes, das Lattchen der Neubürger.

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Die Ziegenhainer Salatkirmes hat eine große Tradition und erinnert an viele Sitten und Bräuche unserer Vorfahren. In den vergangenen Jahrhunderten, als in unserer Heimat noch keine Freizügigkeit herrschte, musste jeder Bürger, der sich in einer Stadt niederlassen wollte, Zuzugsgeld zahlen. In Ziegenhain musste er aufgrund des „Burgfriedens von Ziegenhain“ aus dem Jahre 1539 auch noch einen Bürgereid leisten, der ihn zu den verschiedensten Dienstleistungen – wie Dienst in der Bürgergarde, Wache in der Festung und Arbeitsleistungen – verpflichtete.

Die  letzte  Verpflichtung,  Dienst  in  der  Pflichtfeuerwehr,  bestand  noch  bis   vor 50 Jahren. Diese Verpflichtung verlor jedoch bereits Ende des vergangenen Jahrhunderts ihre Bedeutung, da sich nach Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr immer genügend Bürger zum freiwilligen Dienst im Feuerschutz bereit fanden. Sie gestalteten auch die Salatkirmes. Als Anerkennung für ihren freiwilligen Dienst gab die Stadt am Kirmesmontag nach einer Feuerwehrübung ein Essen und ein Fass Bier für die Feuerwehr aus. Die Feuerwehrmänner hatten bei diesem Anlass einen Salatkopf am Arm festgebunden. Alle neu zugezogenen Bürger wurden zu diesem Essen eingeladen, um sie für die Mitarbeit in der Feuerwehr zu gewinnen. Wenn sie sich zum Gemeinschaftsdienst bereit fanden, bekamen sie auch einen Salatkopf an den Arm gebunden.Diese Tradition wird auch heute noch am Kirmesmontag aufrecht erhalten. Im Rahmen der Freizügigkeit bringt der Zuzug in unsere Gemeinde für den Neubürger keinerlei Verpflichtungen, wie in den vergangenen Jahrhunderten, mit sich. Auch das Lattchen am Kirmesmontag verpflichtet den „Neu Gelattchten“ zu nichts. Es soll lediglich einen Einblick in die Tradition der Salatkirmes vermitteln, dem gegenseitigen Kennen lernen und der Gemütlichkeit dienen. Wir finden es schön, wenn man sich in der heutigen Zeit nicht nur am Arbeitsplatz, sondern bei fröhlichem Fest in der Gemeinschaft, kennen lernt.

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